Wendepunkt….

Der letzte Beitrag liegt nun doch schon eine ganze Weile zurück. Seit dem hat sich vieles, ja man könnte fast sagen alles geändert!
Mitte Dezember bin ich mit Manu in Hanoi, Vietnams Hauptstadt angekommen.


Ich habe für mich entschieden nicht mit dem Fahrrad duch Süd Ost Asien zu reisen. Zu viel unglaublich lauter, hupender und gefährlicher Verkehr, zu viele Menschen und Landwirtschaft um regelmäßig wild zu campen.

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Neue Schuhe für´s Fahrrad!

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**English below**

Yihaa!!!
Über 9000 km auf dem Tacho und wir hatten noch keinen Platten! Wir sind sau happy uns für die Tour Plus von Schwalbe entschieden zu haben! Da es nach über einem Jahr „on the road“ nun Zeit für neue Reifen wurde und wir knapp bei Kasse sind dachten wir, dass es nicht schaden kann bei Schwalbe nach neuen Reifen zu fragen. Und siehe da, sie finden unsere Reise und das Projekt dahinter genau so gut wie wir ihre Reifen und dafür gab es einen neuen Satz Mäntel!
Inzwischen ist alles montiert und morgen geht es weiter von Kirgisistan nach Kasachstan und China!

Vielen Dank an Schwalbe tires (official)

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Yiiiha!!! The bike computer shows more than 9000km and we still had no flat tire! We are so happy that we chose the Tour Plus tire from Schwalbe. Now it was time for new tires and we thought that it’s a good idea to write Schwalbe because we are tight of cash. Schwalbe liked our journey as much as we like their tires, so they decided to support us with new Tour Plus tires!
We made the bikes ready today and tomorrow we start cycling from Bishkek in Kyrgyzstan towards Kazakhstan and China!

Thanks a lot Schwalbe tires (official)

Türkei-Zeitungsartikel

Kurz vor unserer lang ersehnten Abfahrt in Antalya entscheidet sich Allam, der in den vergangenen Monaten zu einem sehr guten Freund geworden ist, uns spontan auf unserem Weg durch die Türkei zu begleiten. Er kommt aus Syrien und lebt bereits seit 4 Jahren in Antalya.

Es fühlt sich wahnsinnig gut an nach vier Monaten der Sesshaftigkeit wieder all unser Hab und Gut auf zewi Räder verpackt zu haben. Zusammen mit Manu fahre ich von Geyikbayiri nach Antalya, dort treffen wir uns mit Allam. Bei einem letzten Cay überlegen wir uns vorerst so lange wie möglich am Mittelmeer entlangzufahren, um die warmen Tage zu genießen und den Temperaturen der höheren Berglagen noch etwas Zeit zu geben sich aufzuheizen. Ja, was es Kälte angeht sind wir alles ganz schöne Weicheier.
Zwar ist die Küstenstraße teils viel befahren und oft geht es steil bergauf, dafür werden wir mit wunderschönen Ausblicken, weißen Stränden und erholsamen Badetagen belohnt. Bei Mersin beschließen wir dann in die Berge, Richtung Norden abzubiegen. So geht es für uns erst einmal von Null auf Zweitausend Höhenmeter. Die Pässe sind anstrengend, jedoch wird die Landschaft wie so oft, mit jedem erklommenen Meter noch beeindruckender. Ebenso erleben wir eine Veränderung die uns schon so oft begegnet ist. Je weiter wir uns von den touristischen Gebieten entfernen, desto offenherziger und gastfreundlicher werden die Einheimischen. Es ist schon beinahe eine Herausforderung überhaupt voran zu kommen und nicht jeder einzelnen Tee Einladung nachzugehen.
Kappadokien stellt sich als Radreise Hot Spot heraus. Insgesamt 15 Radreisende aus 7 verschiedenen Ländern lernen wir während unseres dreitägigen Aufenthaltes kennen. Es ist toll und informativ auf gleichgesinnte zu treffen. Die Nächte in Kappadokien verbringen wir in einer der vielen Höhlen wofür das Gebiet bekannt ist. Wir haben eine wunderschöne alte Höhlen Kathedrale gefunden in der wir unsere Hängematten, wenn auch nur zu dritt dicht übereinander, aufhängen können.
Da das Studium meiner Freundin gerade viele freie Tage zulässt hat sie sich entschieden mich kurzfristig in Erzurum nochmals besuchen zu kommen. Da Manu und Allam sich nicht so sehr beeilen müssen um nach Erzurum zu kommen, fahre ich vorerst alleine weiter. Nach nur 30 allein geradelten Kilometern lerne ich Daniel, einen Britischen Weltumradler kennen. Da wir in dieselbe Richtung wollen, haben wir die kommenden Tage zusammen in die Pedale getreten. Den Alltag mit einem neuen Reisepartner zu verbringen gestaltet sich Interessant und doch unkomplizierter als erwartet. Jeder hat über die Monate ein eigenes System für alles entwickelt. Sei es die Reisegeschwindigkeit, die Anzahl und Länge der Pausen, Essgewohnheiten, die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz, die Abend- sowie Morgengestaltung, einfach alles. Man teilt 24 Stunden eines jeden Tages miteinander.
Nach einigen, bis zu 130km langen Tagen trennen sich unsere Wege in Erzincan wieder. Nun bin ich doch noch ein paar Tage ganz alleine unterwegs und glücklich über diese neue Erfahrung. Reist man alleine ist die Scheu der Menschen denen man begegnet deutlich geringer. Noch öfters werde ich eingeladen, bekomme essen und gemütliche Betten gestellt. Der enge Kontakt zu den Einheimischen ist äußerst interessant und ausnahmslos warmherzig und nett.
Nach ein paar schönen Tagen mit Lisa in der belebten Stadt Erzurum treffe ich Allam und Manu wieder.
Allam hat eine zwar eine gültige Aufenthaltsgenehmigung für die Türkei, kann jedoch nach aktuellen Visa Bestimmungen nicht wieder ohne weiteres in die Türkei einreisen, wenn er das Land verlässt. Daher trennen sich unsere Wege in Erzurum leider wieder. Mit dem Flugzeug geht es für ihn zurück nach Antalya während es für uns weiter in Richtung Georgien, Armenien und Iran geht.
Auch Lorena, Manus Freundin hat spontan den Entschluss gefasst ihn in Erzurum zu besuchen, nur leider eine Woche nach Lisas Abreise. Ich fahre also vorerst wieder alleine weiter und genieße die letzten 300km der Türkei. Die schöne Landschaft, die netten Menschen, die anstrengenden Pässe, der regelmäßige Tee, leckeres Cigköfte, Börek und Pide, all das ist mir über die 6 Monate in der Türkei sehr ans Herz gewachsen.
Zusammenfassend kann ich sagen das ich von der Türkei, besonders jedoch der Osttürkei wahnsinnig begeistert bin. Ich habe den Osten des Landes zuwider vieler negativ ausfallender Medienberichte über diese Regionen, als äußerst freundlich und friedlich kennengelernt. Die Menschen sind wahnsinnig nett und die Landschaft gehört zu der schönsten die ich je gesehen habe!
Inzwischen habe ich die Grenze zu Georgien überschritten und bin damit in eine wieder völlig neue und mir unbekannte Welt eingedrungen. Die ersten Tage in dem neuen Land sind sehr schön, wenn auch von Dauerregen durchzogen. Da Georgien im Gegensatz zur Türkei kein islamisches Land ist fällt die Alkoholsteuer und damit der gesamte Bierpreis deutlich geringer aus. Endlich kann man sich wieder ab und an, ohne schlechtem Gewissen der Reisekasse gegenüber, ein Feierabendbier gönnen!

— Armenien-Georgien-Iran! —
Insgesamt 10 A4 Seiten spannende Abenteuer, unterlegt mit über 80 atemberaubenden Fotos warten auf euch.

– Wollt ihr wissen warum ich mich in Georgien auf einmal wie Zuhause fühle?
– Was ist in Armenien passiert als auf einmal ohrenbetäubende Schüsse die Luft um mich in meiner Hängematte zerfetzen?!
– Was war die bedrohlichste Situation meiner Reise?
– Muss man auch als Mann Angst vor sexuellen Übergriffen haben?
– Lisa und ich werden von 6 großen Wachhunden angefallen!
– Im Iran führt nicht nur die Währung zu verwirrenden Situationen.
– Hilfe! Ich stehe plötzlich ganz alleine mitten in einer Herde wilder Kamele!

Diese und viele weitere Geschichten warten auf euch!

Um den Artikel lesen zu können müsst ihr mich und meine Reise unterstützen.

Warum? Alle Informationen findet ihr unter folgendem Link:

https://socialcyclingblog.wordpress.com/2016/07/26/arbeit-muss-sich-wieder-lohnen/

Ihr wollt den Artikel lesen? Schreibt mir eine Nachricht an: patrick@social-cycling.de oder direkt über Facebook!

Herzliche Grüße,
euer Patrick

 

Work needs to be worthwhile again!

I am no FDP voter (German political party), but I agree in one point:

„Work needs to be worthwhile again!“

Support my journey and receive exciting and stunning photos.

 I am sure you already noticed, that I didn’t do as much coverage as I was used to in the past.

There are different reasons I would like to explain shortly.

 I am not the person who likes working with my computer, especially not to present myself. I don’t like posting photos and reports to show everybody „how great I am and how great the thing is what I am currently doing“. Weiterlesen

„Arbeit muss sich wieder lohnen“

Ich bin kein FDP Wähler, aber in einem Punkt stimme ich zu:

„Arbeit muss sich wieder lohnen!“
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„Unterstütze meine Reise und erhalte spannende Berichte und atemberaubende Fotos.“

Sicher habt ihr schon bemerkt, dass meine Berichterstattung in letzter Zeit etwas nachgelassen hat.
Dies hat verschiedene Gründe, die ich euch hier in Kurzform erläutern will.

Ich bin nicht die Art Mensch, die gerne am PC arbeitet, schon gar nicht um sich selbst zu präsentieren. Ich kann nicht Bilder und Berichte posten, um allen zu sagen „schaut mal wie toll ich bin und was ich Tolles mache“ Diese Art der Selbstdarstellung, die man in Weiterlesen

Zeitungsartikel über Istanbul bis Antalya

Wir haben die Grenze in die Türkei passiert und damit unser zehntes Land erreicht! Wahnsinn! Rund 4500 Kilometer haben wir dafür in die Pedale getreten. Die Kilometer von der Grenze bis in die Millionenmetropole Istanbul gestalten sich äußerst anstrengend. Zum einen ist die Strecke nicht so flach wie erwartet, sondern es reiht sich Hügel an Hügel. Dazu ein eisig kalter Ostwind. Kaum kommt man verschwitzt auf einem der Hügel an, beginnt man zu frieren. Man zieht sich mehr Klamotten an, nur um sie fünf Minuten später, beim nächsten Anstieg wieder auszuziehen. Zum anderen verdichtet sich der Verkehr mit jedem Kilometer noch mehr. Die zweispurige Straße wird oft dreispurig befahren. Viel Rücksicht nimmt man nicht auf uns. Dann wickelt sich auch noch ein auf der Straße liegender Draht in die Speichen meines Vorderrads. Um die Panne zu beheben muss ich das Rad ausbauen und ein paar Speichen wieder in Form biegen. Erst am späten Nachmittag erreichen wir einen kleinen Hafen von dem eine Fähre den Bosporus Kanal durchquert. Wir sind auf der asiatischen Seite von Istanbul angekommen! Wir haben Asien erreicht! Mit dem Fahrrad! Auf einen Schlag sind die Strapazen des Tages vergessen. Gut gelaunt und voller Vorfreude sitzen wir auf der Fähre nach Kadiköy, wo wir uns mit einer Freundin treffen wollen.

Wir wollen hier in Istanbul unsere Aufenthaltsgenehmigung für die Türkei beantragen. Diese benötigen wir da ein normaler touristischer Aufenthalt einen Zeitraum von 90 Tagen innerhalb von 180 Tagen nicht überschreiten darf. Zudem haben wir vor, unser Visum für den Iran hier auf der Botschaft zu beantragen. Am ersten Tag erfahren wir das wir unsere Aufenthaltsgenehmigung in Antalya beantragen müssen, am zweiten Tag stehen wir bei der iranischen Botschaft vor verschlossenen Türen. Kurzerhand beschließen wir all diese Probleme erst mal auf Antalya zu verschieben, da wir uns dort sowieso ein paar Monate aufhalten wollen. Somit haben wir Zeit die eindrucksvolle und vor Leben sprühende Stadt Istanbul zu erkunden.

Nach einigen Tagen heißt es leider wieder Abschied nehmen. Wir müssen unsere Aufenthaltsgenehmigung binnen der ersten 30 Tage nach Einreise beantragen. Aus diesem Grund beschließen wir auch mit dem Bus von Istanbul nach Antalya zu fahren, um genug Zeit für die langen Bürokratie Wege zu sparen. Hätten wir zu diesem Zeitpunkt gewusst dass wir mit der ganzen Antragstellung erst 2 Monate später beginnen werden, hätten wir uns den folgenden Stress sparen können.

Erst in dem fünften Reisebüro finden wir eine Busgesellschaft die uns versichert, dass der Transport von uns mit den beiden Fahrrädern und unseren insgesamt 13 Taschen und Gitarre kein Problem sein wird. Wir kaufen also ein Ticket und stehen abends um 9 Uhr mit auseinandergebauten Fahrrädern und unserem Berg Gepäck vor dem Büro, wo uns ein Shuttlebus abholt und zu dem Haupt Bus terminal bringt.

Dort finden wir uns in einem unüberschaubaren Menschengetümmel wieder. Im Minutentakt starten Busse in alle Richtungen. Wir sind froh als wir in dem ganzen Chaos unseren Bus entdecken. Die größte Schwierigkeit besteht darin einen Überblick über unser ganzes Gepäck zu behalten. Wir können bei weitem nicht alles auf einmal tragen. Da wir aber nur zu zweit sind kann keiner bei dem Gepäckberg bleiben um ihn zu bewachen. Mehrmals räumen wir alles von A nach B um letztendlich vor einem grimmig dreinschauenden Busfahrer zu stehen. „Der Bus ist voll. Ihr könnt hier nicht mitfahren.“ Eine wilde Diskussion entsteht. Kaum jemand spricht Englisch. Passanten helfen uns zu übersetzen. Unser Ticket sowie die Tatsache dass man uns versichert hat das wir problemlos mitfahren können, interessiert den Busfahrer reichlich wenig. Nach langem hin und her fährt der Bus los und wir stehen völlig ratlos mitten in Istanbul. Am nächsten Tag um 11 Uhr soll wohl ein Bus fahren. Man versichert uns das er uns problemlos mitnehmen wird.

Nach einer Schlaflosen und unbequemen Nacht in dem Busterminal bringt uns am nächsten Tag wieder ein Shuttlebus zu einer anderen Busstation. Wieder langes warten bis endlich der Bus ankommt.

Wir beeilen uns unser Gepäck vor all den anderen zusteigenden Passagieren zu dem bereits halb vollen Bus zu schleppen. Als wir beginnen unser Gepäck in den Laderaum zu räumen begegnen uns wieder verwirrte und verärgerte Blicke. Man redet auf Türkisch auf uns ein und der Busfahrer beginnt unsere Sachen wieder auszuräumen. Dieselbe Diskussion wie am Vorabend beginnt, nur bin ich diesmal äußerst schlecht gelaunt und unausgeschlafen. Die Diskussion wird immer lauter und immer mehr Menschen mischen sich ein. Wir bestehen darauf mit diesem Bus zu fahren. Nach einer Weile drückt man mir einen kleinen Zettel in die Hand. 200 Türkische Lira steht darauf. Wenn wir sie dem Busfahrer zustecken nimmt er uns mit. Ich werde noch lauter und weigere mich das Schmiergeld zu bezahlen. Wir haben ein gültiges Ticket in der Hand und uns wurde zum zweiten mal versichert das wir problemlos mitfahren können. Ich werde gebeten mitzukommen und wir verlegen die Diskussion in ein Hinterzimmer des Busterminals. Dort zoffe ich mich weiter mit drei in Anzüge gekleideten Männern, bis sie ihre Schmiergeld Forderung auf 50 Türkische Lira senken. Völlig verärgert schmeiße ich ihnen den Schein hin, gehe zurück zum Bus, verräume unsere Räder und Taschen gemeinsam mit Manu und steige in den Bus.

Endlich! Nach 12 Stündiger Busfahrt kommen wir mitten in der Nacht in Antalya an.

Wir werden von einem Bus des Campingplatzes, in dem wir überwintern werden, abgeholt. Dort angekommen, feiern wir das Erreichen unseres Winterquartiers in einer lauen Nacht am Feuer mit Gitarrenmusik und kaltem Bier. Wir sind glücklich!