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Warum mit dem Fahrrad?

Fahrrad fahren ist anstrengend. Besonders, wenn man während der gesamten Reise im Zelt lebt. Man muss eine Menge Gepäck mit sich tragen- von Klamotten, über Zelt, Schlafsack bis hin zu Benzinkocher, Essen, Trinken und nicht zuletzt der Kameraausrüstung. Wieso tut man sich so etwas an, wo es doch Flugzeuge, Autos, Motorräder, oder doch wenigstens Hotels gibt? Die Frage ist leicht zu beantworten. Für mich als Fotograf und besonders für mein Vorhaben, ist es wichtig mit Mensch und Natur in möglichst engem Kontakt zu stehen. Sitzt man beispielsweise in einem Auto, verschanzt hinter Scheiben und einem lauten Motor, sieht man die Welt aus einer völlig anderen, distanzierten Perspektive. Mit dem Fahrrad ist das anders. Kein Visir, kein Motorlärm – nichts was zwischen den Menschen, der Natur, dem Leben und einem selbst steht.

Das „Prototyp – Projekt“:

Barnabas-Children-Centre

Als ich im Jahr 2011 für das Projekt „50 Treasures of Kenia“ in Ostafrika war, hatte ich einige Wochen Zeit das Land alleine zu bereisen und kennen zu lernen. Durch Zufall stieß ich auf eine kleine Schule nicht weit von Mombasa. Drei Klassenstufen mit insgesamt 30 Schülern waren in einem Raum untergebracht. Zusammengekauert saßen die meist Waisenkinder auf dem Erdboden einer winzigen, aus Lehm und Ästen errichteten Hütte. Sie wurden parallel von nur einem Lehrer unterrichtet. Ich blieb einige Tage an der Schule, fotografierte, recherchierte und schloss eine enge Freundschaft mit dem „Schulleiter“ Harrison und dem Lehrer Silas. Schnell stand für mich fest, dass ich die beiden, die all ihr Herzblut in dieses Projekt stecken, unterstützen wollte. Zurück in Deutschland begann ich mit einer befreundeten Musikerin und einer Künstlerin, durch Straßenmusik, den Verkauf eigener Fotos, Bilder und CD´s Spenden zu sammeln. Das große Interesse an unserem Projekt hat mir gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Um noch gezielter Menschen zu erreichen habe ich einen Multivisions-Vortrag über meine Zeit in Kenia erstellt und mehrfach gehalten. Es gelang uns genügend Spenden zu sammeln und Partner für das Projekt zu finden, so dass inzwischen über 300 Schüler in einem neuen Gebäude unterrichtet werden. Des Weiteren gibt es jetzt eine Wasserleitung, sanitäre Anlagen, ein Waisenhaus, ausreichend Pflegepersonal und Lehrer, medizinische und Lebensmittelversorgung, eine nachhaltig betriebene Hühnerfarm, eigenen Gemüseanbau, regelmäßige Informations- veranstaltungen zu Hygiene, Aids, Erste Hilfe Kurse und medizinische Untersuchungen. Mittlerweile gibt es sogar eine zweite Schule einige Kilometer entfernt. Nach wie vor wird vieles benötigt um das Projekt am Laufen zu halten, doch sind inzwischen so viele helfende Personen involviert, dass es auch ohne meine permanente Unterstützung sehr gut weiterläuft und wächst. Der große Erfolg dieses Projektes hat mir gezeigt, dass man als einzelner Mensch sehr viel erreichen kann und wie schnell eine positive Veränderung der Gegenwart möglich ist.

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